Ortsgruppe benötigt ein neues Fahrzeug und mehr Ehrenamtliche.![]()
Christoph Heinzel
Foto: Der Vorstand der DLRG-Ortsgruppe Emstek: (von links) Ingo Günter, Swetlana Wagner, Nika Wagner, Mike Wilharm, Christiane Bruns, Lisa Wegmann, Gia Di Böske, Dr. August Kühling, Matthias Faske, Sonja Wilharm und Tobias Prenger. DLRG Emstek.
Emstek Sie retten Leben. Jetzt aber brauchen die Freiwilligen der DLRG‑Ortsgruppe Emstek selbst Hilfe. Denn ihr bislang so zuverlässiger Begleiter auf vier Rädern, der für Fahrten zu Wettkämpfen, den Einsatz am Badesee oder zum Ziehen des Trailers mit dem Einsatzboot benötigt wird, muss dringend ersetzt werden.
Dafür und für weitere Ausgaben wurde jetzt eine Crowdfunding-Aktion auf betterplace.org gestartet.
Der Transporter stammt aus dem Jahr 1997, erklärt Tobias Prenger (47), Vorsitzender der Emsteker Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Die Batterie war ständig leer oder ist kaputtgegangen.“ Zudem werde im Juni eine neue TÜV-Plakette fällig. Dafür müsste einiges kostenintensiv repariert werden. Wirtschaftlich sei dies nicht mehr sinnvoll.
Daher sei schließlich die Entscheidung getroffen worden, ein Neufahrzeug der Marke Renault zu günstigen Konditionen zu erwerben. 35.000 Euro würde dies kosten. Wahrscheinlich werden weitere 5000 Euro erforderlich sein, um beispielsweise den Transporter zu folieren und einen Blaulichtbalken sowie eine Rückfahrkamera zu installieren, schätzt der Ortsvorsitzende. Rund ein Viertel der Gesamtkosten wolle die DLRG aus Eigenkapital bestreiten.
Weitere Investitionen, unter anderem für neues Rettungsgerät oder für das geplante Jugend-Einsatz-Team (JET), stehen zudem an. Gerade erst wurden neue Leinen und Leinenwagen für das Emsteker Schwimmbad angeschafft. Daher sei die Hoffnung auf Spender groß.
Über Mitgliedsbeiträge nimmt die Ortsgruppe etwa 14.000 Euro jährlich ein. Die Hälfte werde direkt weitergereicht, etwa als Beiträge für den Bezirks- und Landesverband, um die Strukturen aufrechtzuerhalten, dazu kommen Versicherungen oder EDV‑Kosten. Übrig blieben 5000 Euro. Das reiche nicht. Externe Hilfe wäre also gut, wirbt Tobias Prenger.
Doch neben finanzieller Hilfe sucht die Emsteker DLRG seit Jahren Ehrenamtliche. Es sei leider nicht gelungen, daran etwas zu ändern, konstatiert Tobias Prenger. Er sieht darin ein generelles gesellschaftliches Problem für alle Vereine. Es gebe einen Trend, sich nicht mehr längerfristig zu verpflichten oder Verantwortung zu übernehmen. Die Konsequenz: Die Arbeitslast verteile sich auf immer weniger Schultern.
Bemerkbar ist die personelle Lage am partiell ausgefallenen Schwimmbetrieb in den letzten Jahren. Dabei sei der Bedarf offensichtlich. Tobias Prenger spricht von einer rund 100 Namen umfassenden Warteliste. Es gehe nicht darum, möglichst viele Abzeichen in kürzester Zeit zu erwerben, sondern darum, dass die Kinder richtig schwimmen lernen.
„Und dafür reicht es nicht aus, dass ich mich über Wasser halten kann, sondern ich muss sicher am Wasser sein, ich muss sicher im Wasser sein, ich muss sicher unter Wasser sein“, so Prenger. Der Vorteil am bestehenden System sei, dass sich „echte Gruppen, Freundschaften und ein soziales Miteinander“ bildeten. Bei den Teilnehmenden entstehe eine emotionale Bindung untereinander und zum Verein. Diesen potenziellen ehrenamtlichen Nachwuchs benötige die DLRG.
Erfolgreich reaktivierte die Ortsgruppe in den letzten Jahren das Thema Wettkampf. In ähnlicher Weise soll der Wachdienst am Halener Badesee wieder intensiviert werden. Früher hätten Jugendliche vor Ort gecampt und so längere Zeit in der Gemeinschaft am See verbracht. „Das wünsche ich mir wieder“, sagt der gebürtige Emsteker. Er setze seine Hoffnung auf den neuen, motivierten Jugendvorstand.
Im Durchschnitt schieben fünf bis acht Rettungsschwimmer Wachdienst am Badesee.
Darunter müssen sich ein qualifizierter Wach- sowie ein Bootsführer befinden. Eine Situation, die für die Ortsgruppe personell nur schwer zu stemmen ist. „Wir haben die Jugendlichen, die gerne am Badesee Wache schieben wollen, aber uns fehlen die Volljährigen, die Verantwortung übernehmen“, sagt Tobias Prenger und hofft, über JET etwas erreichen zu können. Eines ist klar, so der 47-Jährige: „Ohne engagierte Menschen funktioniert es nicht.“
Quelle: MT
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