Klausing hat noch lange nicht genug

Die Vereinslegende des SV Emstek über ihre Torwart-Laufbahn, „Nebenjobs“ und das aktuelle Team.

Til Bettenstaedt

Foto: Björn Klausing vor seinem Wohnzimmer – dem Rasenplatz des SV Emstek. Bettenstaedt

Emstek In der Geschichte des SV Emstek wird es nicht viele Fußballer geben, die so oft auf dem Platz gestanden haben wie Björn Klausing. „Um die 350 Spiele dürften es mittlerweile gewesen sein“, schätzt der 36-Jährige. Da passt es, dass Emsteks Kreisliga-Trainer Alexander Wieborg von einer „Vereinslegende“ spricht, als er auf Klausing angesprochen wird.

Wenn es nach dem Torwart geht, wird die Liste seiner Einsätze noch länger. „30 Spiele pro Saison müssen es nicht mehr sein, aber ich habe noch immer viel Spaß im Tor. Auch mein Ehrgeiz ist weiterhin groß.“ Am Sonntag gegen den FC Sedelsberg (Anstoß: 15 Uhr) wollen Klausing und die Emsteker den zweiten Sieg im dritten Spiel einfahren.

Doch zunächst ein Blick zurück. Björn Klausing war zarte vier Jahre alt, als er zum ersten Mal in ein SVE-Trikot schlüpfte. Von Anfang an am Start: Torwart-Handschuhe. „Ich habe nie eine andere Position gespielt. Nur wenn wir hoch geführt haben, bin ich ab und an mal in den Sturm gegangen“, sagt er und grinst. Klausing und Co. sollten im Nachwuchsbereich sehr oft führen. Er erinnert sich an eine überaus erfolgreiche Zeit in der Jugend – unter anderem an fünf Kreismeistertitel. Zudem triumphierte er mit Emsteks E-Junioren 2001 beim OM-Cup in Garrel.

Angekommen bei den Männern musste sich Björn Klausing anderthalb Spielzeiten gedulden, bis er nach der Winterpause der Saison 2011/12 den Posten im SVE-Gehäuse übernahm. „Seitdem war ich fast durchgehend die Nummer 1“, sagt er. Das liegt auch daran, dass der Marketingleiter eines Unternehmens aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft praktisch nie verletzt war. Sein längster Ausfall: knapp ein Monat nach einem Muskelfaserriss.

Klausings zurückliegende 16 Jahre im Tor der Blau-Weißen waren geprägt von vielen Höhen, aber auch von einigen Tiefen. Zehn Jahre lang spielte er mit den Emstekern in der Bezirksliga, fünf in der Kreisliga und eine Saison in der 1. Kreisklasse. Auf eines konnte sich der SVE stets verlassen: Mit Björn Klausing stand ein ebenso starker wie loyaler Keeper im Tor. Zwar trudelte in all den Jahren die eine oder andere Anfrage bei ihm ein, „ein Wechsel kam für mich aber nie infrage“. Beim SVE konnte er mit seinen Freunden kicken und der Verein gewährte ihm Freiheiten, wenn er welche brauchte. „Zum Beispiel während meines Studiums, als ich öfter nicht beim Training sein konnte.“

Wie anfangs erwähnt, nimmt Björn Klausing, der Alexander Wieborg als spielender Co-Trainer unterstützt, vor Saisonstart zwar nicht mehr 30 Spiele ins Visier. Er macht mit einem Augenzwinkern aber eines unmissverständlich klar: „Ich werde den anderen beiden meinen Platz nicht schenken.“ Als Torwart-Coach ist ihm allerdings auch wichtig, Bastian Fitzner (26) und den jungen Kacper Mieczkowski (19) zu fördern und sie an seiner Erfahrung teilhaben zu lassen.

 Vom SVE-Team in dieser Saison hält Björn Klausing einiges. „Mit Youssouf Fofana, Markus Reimann und Lukas Moormann haben uns zwar drei Stammspieler verlassen. Meiner Meinung nach sind wir aber stärker besetzt, weil wir in der Breite besser aufgestellt sind.“ Er ist davon überzeugt, dass die Emsteker eine sehr gute Rolle spielen werden. „Mein persönliches Ziel sind die Top 5. Ich bin immer positiv eingestellt.“ Aktuell sieht er den Klub in der Kreisliga zwar gut aufgehoben, „es sollte aber das Ziel sein, dass wir eines Tages wieder in der Bezirksliga spielen“.

Beim SV Emstek ist Björn Klausing derweil nicht nur als Co-Trainer und Torwart der Kreisliga-Kicker eine wichtige Figur. Er bringt sich zudem abseits des Platzes ein: aktuell als Kassenprüfer und seit vergangenem Jahr auch als Organisator des Herren-Hallenturniers beim Emsteker Budenzauber. „Früher war ich sogar Schiedsrichter und Platzabzeichner“, verrät er.

In Zukunft möchte Klausing für die SVE-Fußballer wie schon in den vergangenen 16 Jahren vor allem ein sicherer Rückhalt sein. Das Ende seiner beeindruckenden Laufbahn ist jedenfalls nicht in Sicht. „Solange ich gesund bin und Spaß habe, mache ich weiter.“
Die Zahl seiner Einsätze im Trikot des SV Emstek dürfte also weiter steigen.

Quelle: MT

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