Gastgeber erstmals Kreismeister – 6:4-Finalsieg gegen SG Bösel/Thüle.

In Emstek wurde statt zu zaubern vor allem taktiert. Sämtliche Entscheidungen fielen im Neunmeterschießen. von Bodo Tarow

Die Emsteker (in Blau) nutzten ihren Heimvorteil: Das Team um Predrag Uzelac und Uwe Künnen (vorne, Fünfter und Sechster von links) setzte sich im Finale gegen die SG Bösel/Thüle durch.

Emstek
Es war bereits die 32. Hallen-Kreismeisterschaft der über 40-jährigen Altliga-Fußballer. Und am Sonnabend nutzten die Haudegen des SV Emstek die Gunst der Stunde, um auf eigenem Parkett erstmals überhaupt den Titel zu holen. Im Finale setzten sich die Gastgeber mit 6:4 nach Neunmeterschießen gegen die SG Bösel/Thüle durch. Im kleinen Finale gegen den BV Essen behielt die zum Favoritenkreis gezählte DJK Elsten in einem reinen Neunmeterschießen 4:1 die Oberhand.

Die Emsteker erwischten im Endspiel den besseren Start. Predrag Uzelac erzielte nach vier Minuten das 1:0. Emsteks früherer Bezirksliga-Trainer und jetzige Coach des Regionalligisten BSV Rehden jagte den Ball fulminant aus zwölf Metern unhaltbar ins Dreieck. Sekunden später scheiterte Teamkollege Albert Schnieders an der Latte. Dann kam Bösel/Thüle auf. Innerhalb kürzester Zeit ließen Guido Blömer, Magnus Oltmann und Joahnnes Folk gute Möglichkeiten aus. Die zuletzt zweimal erfolgreichen Böseler, die erstmals eine Spielgemeinschaft mit Thüle bildeten, retteten sich dann aber doch noch in die fünfminütige Verlängerung. Jürgen Kuhlen markierte aus spitzem Winkel das 1:1. In der Verlängerung wurde weniger taktiert. Beide Seiten suchten die Entscheidung. Nach wenigen Sekunden war erneut Jürgen Kuhlen zur Stelle. Er schloss eine Energieleistung eiskalt ab. Emsteks Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten.

Thomas Menke netzte eine Vorlage Albert Schnieders’ mühelos zum 2:2 ein – das Neunmeterschießen war perfekt. Hier hatten die Emsteker die besseren Nerven und konnten sich zudem auf Manfred Wegmann verlassen. Der Keeper wehrte gleich die ersten Versuche der SG Bösel/Thüle von Guido Blömer und Ludwig Bert reaktionsschnell ab. Diesen Vorsprung ließen sich die ohne Fahrkarte bleibenden Emsteker nicht mehr nehmen. Thomas Menke verwandelte als vierter SVE-Schütze eiskalt zum 6:4-Endstand.

Auch bereits im Halbfinale gegen den BV Essen hatten die Gastgeber alle Versuche vom Neunmeterpunkt verwandelt. In einem von großer Taktik dominierten Spiel hatte der starke Predrag Uzelac Emstek nach vorne gebracht, ehe Frank Lobe kurz vor Schluss ausgleichen konnte. In der Verlängerung rettete Essens Torhüter Manfred Garwels, der sich anschließend zu einem Tischtennismatch verabschiedete, die Essener ins Neunmeterschießen, in dem bei einer Emsteker 6:5-Führung Kai Pille als fünfter Essener Schütze zum Pechvogel avancierte.

Taktik pur geboten wurde im zweiten Semifinale zwischen Elsten und Bösel/Thüle. Logische Folge war ein 0:0 nach Verlängerung. Im Neunmeterschießen zogen die Elstener, die in der Gruppe alle drei Spiele, unter anderem auch gegen den späteren Sieger Emstek gewonnen hatten, mit 3:5 den Kürzeren. Stefan Dellwisch leistete sich den entscheidenden Fehlversuch. Immerhin schüttelten sich die Elstener das Halbfinal-Aus schnell aus den Knochen und behielten im kleinen Finale gegen Essen die Oberhand (4:1). In Gruppe A waren der FC Lastrup, der das entscheidende Duell gegen Emstek trotz Führung mit 2:4 verlor, und der punktlos bleibende FC Sedelsberg vorzeitig auf der Strecke geblieben.

In Gruppe B gab’s klare Verhältnisse. Essen und Bösel/Thüle setzten sich jeweils ungeschlagen (7 Punkte) durch. Der enttäuschende SV Molbergen und der VfL Markhausen mussten sich mit einem Punkt zufrieden geben. Quelle: nwz-online.de